Selig sind die (angeblich) Ahnungslosen
"Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke?" (Jakobus 2.14)
Sehen wir mal davon ab, dass der gute Jakobus nach heutigen Maßstäben gesellschaftlich inkorrekt, katholisch aber durchaus richtig nur von den Brüdern spricht, schön ist der Satz trotzdem. Nur hat er leider mit der Realität recht wenig gemein.

In der gestrigen Diskussionsrunde bei Maischberger traten zwei Gestalten auf, die die These vertraten, die "sog. sexuelle Revolution" sei nicht unschuldig an den derzeit diskutierten Fällen den Missbrauchs von Kindern (auch) innerhalb der Kirche. Ich erinnere mich noch gut an Sprüche von vor ca. 30-40 Jahren, bei denen bestimmte ältere Herren monierten, junge Frauen, die sich aufreizend kleideten müssten sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt würden.

Eine der gestrigen Gestalten war der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, die Andere war Gabriele Kuby, als Schriftstellerin und Konvertitin angekündigt und offensichtlich katholischer als "gebürtige" Katholiken. Sie betonte mehrfach, die Kirche und überhaupt alle Menschen sollten sich doch darauf besinnen, dass die Liebe Jesu das einzig bestimmende Element des Lebens sei. Gott sei die Liebe selbst und wenn wir alle daran glauben, dann wird letztlich alles wieder gut.

Fürwahr, Gott ist immer bei uns und liebt uns innig und zuverlässig, z.B.
  • wenn der Herr Pfarrer ein Verhältnis zu einer Frau hat, dies aber auf keinen Fall öffentlich bekennen darf.
  • wenn aus dieser Verbindung womöglich Kinder hervorgehen, der Herr Pfarrer sich aber natürlich auch zu diesen NICHT bekennen darf. Seine Firma zahlt zwar Unterhalt für die Blagen, die Mama muss sich aber verpflichten, dieses "Problem" nur mit sich und dem Herrn im Himmel auszumachen.
  • wenn Frauen in der katholischen Kirche Menschen zweiter Klasse sind.
  • wenn Pfarrer im Namen Gottes Waffen segnen, die andere Menschen töten, selbst wenn die an den gleichen Gott glauben.
  • wenn der Stellvertreter auf Erden z.B. die Evangelen als Nicht-Kirche diffamiert und weiterhin die Bekehrung der Juden anstrebt.
  • wenn der gleiche Amtsinhaber behauptet, den Urvölkern in Südamerika sei katholischer Glaube nicht aufgezwungen worden, vielmehr hätten die das still herbeigesehnt.
  • wenn die Kirche Kondome und jegliche Empfängnisverhütung untersagt, die dann geborenen Kinder aber sich selbst überlässt.
  • wenn täglich tausende Kinder vor Hunger oder an vielen Krankheiten sterben.
  • wenn Kinder misshandelt und missbraucht werden, ob von Pfarrern oder anderen.
  • wenn Naturkatastrophen und Seuchen hunderttausende Menschen töten oder verstümmeln.
  • wenn der Vatikan zu den reichsten Staaten der Welt gehört und von allen Menschen Bescheidenheit fordert.
  • wenn Politiker sich ständig auf Gott berufen, dabei aber die Rücksichtslosigkeit vorleben und teilweise Kriege im Namen des Herrn anzetteln.

Da fällt mir gerade ein: Gott hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen. Ach so, dann wird einiges klar.

brusella (10.03.10)