Politisches
Stückwerk und Verleugnung der Realität
Jetzt mal
ehrlich: Was derzeit in Berlin läuft ist nichts
anderes als ein politisches Schmierentheater, ein
trotziges Schaulaufen von Berufspolitikern, die quasi
noch in Badebekleidung herumlaufen, obwohl die
Temperaturen draußen deutlich unterhalb der
Frostgrenze liegen. Wir alle als Konsumenten dieses
Affentheaters können nur machtlos zusehen, wie
gewisse Herren sich öffentlich aufplustern und
entgegen besserem Wissen das Blaue vom Himmel
versprechen.

Der neue
Wirtschaftsminister verbreitet Binsenweisheiten. Die
Arbeitslosigkeit werde in den nächsten Monaten
zunehmen. Wir sind überwältigt, oder? Da wären wir
nie drauf gekommen. Auch uns ist bekannt, Herr
Brüderle, dass die massive Kurzarbeit diese
Entwicklung nur hinausgeschoben hat. Ähnlich wie die
Abwrackprämie keine wirkliche Entlastung für die
Autoindustrie gebracht hat.
Fast im gleichen Atemzug behauptet dieser Mann dann, es gehe langsam wieder aufwärts, in zwei bis drei Jahren seien wir aus dem Gröbsten heraus. Nochmals danke - aber Kaffeesatzleser hatten wir auch so schon genug.
Schließlich kommt natürlich das Mantra dieser Besserverdiener-Partei. Man müsse jetzt schnell für deutliche Steuersenkungen sorgen und alles werde gut. Allmählich wird diese FDP wirklich zu einer Worthülsen-Plage.
Fast im gleichen Atemzug behauptet dieser Mann dann, es gehe langsam wieder aufwärts, in zwei bis drei Jahren seien wir aus dem Gröbsten heraus. Nochmals danke - aber Kaffeesatzleser hatten wir auch so schon genug.
Schließlich kommt natürlich das Mantra dieser Besserverdiener-Partei. Man müsse jetzt schnell für deutliche Steuersenkungen sorgen und alles werde gut. Allmählich wird diese FDP wirklich zu einer Worthülsen-Plage.

Auch Länderchefs beginnen sich zu wehren, sie sehen ihre Haushalte vor dem finanziellen Kollaps, sogar einige FDP-Köpfe recken sich hoch und warnen vor unhaltbaren Versprechen.
Dagegen natürlich und gewohnt forsch der Herr Westerwelle, er schimpft mit diesen "Abseilern", die sollen sich gefälligst an den Koalitionsvertrag halten. Dabei übersieht er geflissentlich, dass dieser Vertrag alles andere als konkret und verbindlich ist. Und der BDI (Bundesverband der deutschen Industrie), ansonsten immer auf der Seite der Gewinner und Besserverdiener, warnt auch vor einer Schuldenmacherei für Steuersenkungen. Das wird Westerwelle nicht gefallen. Aber es interessiert ihn auch nicht näher, er ist ja jetzt endlich Außenminister...

"Wir brauchen mehr Freiheit: Freiheit bei der Wahl der Therapie, bei der Wahl des Arztes und bei der Wahl der Krankenkasse"
Hört sich auf den ersten Blick nett an. Dahinter steckt aber im Endeffekt auch die Tatsache, dass diese Freiheit nur dann möglich ist, wenn wir sie uns auch leisten können. Die alleinstehende Oma mit kleiner Rente hat da mit Sicherheit andere Sorgen.
Die Krankenkassen müssten, so Rösler, wieder untereinander im Wettbewerb stehen, unterschiedliche Beiträge verlangen dürfen und unterschiedliche Leistungen anbieten können.
Mit derart einfachen und biederen Worten soll nun also in der Republik die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft, die Zweiklassen-Medizin betoniert und die Idee der Solidarität untergraben werden. Das sind wahrlich beängstigende Aussichten.
All diese dröhnenden Forderungen der FDP verbreiten sich jetzt, kurz nach Amtseinführung, in Windeseile. Der Widerstand auch aus der CDU ist noch verhalten. Er wird aber in den kommenden Tagen und Wochen lauter und energischer werden, auch und vor allem aus der Opposition.
Und so wird bald sehr deutlich, welches Stückwerk man da zwischen den Koalitionspartnern auf die Schnelle zusammengepfriemelt hat.
A.S (02.11.09)