Schein-Heilig
Frau Käßmann
ist betrunken Auto gefahren, ist von ihren Ämtern
zurückgetreten, Bedauern allenthalben, erledigt. Dazu
muss man nichts mehr sagen.
Die deutschen Katholiken, konkret ihre beamteten Funktionäre, ältere Herren mit meist etwas verkniffenem Gesichtsausdruck, sie machen es sich und allen empörten oder erschütterten Beobachtern nicht so einfach.
Es ist keine Frage, jeder von uns mag glauben, an was er will. An Gott, an Allah, an Buddha, an die Wiedergeburt, an gar nichts. Solange wir uns dabei immer vor Augen halten, dass dieser unser Glaube - oder das Gegenteil davon - unsere Privatangelegenheit ist. Solange wir aus diesem Wissen heraus auch folgern, dass wir von nichts und niemandem fordern können, unsere Überzeugung sei die einzig Wahre und sie müsse besonders geschützt und womöglich gar zur Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens werden.
Die Empörung westlicher Demokratien ist immer groß, wenn bestimmte Länder mit muslimischer Mehrheit z.B. die Scharia, also die Rechtsgrundsätze aus dem Koran, als einzig zu akzeptierende Lebens- und Verhaltensregel einführen und danach handeln. Tatsächlich haben diese durchaus archaischen Moralvorstellungen so gut wie gar nichts mit unseren, in langen Auseinandersetzungen mit den christlichen Kirchen während der Aufklärung, entstandenen säkularen Vorstellungen gemein.
Dennoch sind auch bei uns einige Rest-Restriktionen kirchlicher Prägung auch in der Gesetzgebung hängen geblieben. Wie ist es z.B. mit der Strafbarkeit der sog. "Gotteslästerung"? Warum ist es jedem erlaubt, sich über alle denkbaren Staatsorgane und ihre Vertreter despektierlich zu äußern und sich dabei auf die freie Meinungsäußerung zu berufen - nicht aber im Bezug auf einen Gott, an den man nicht glauben mag?
Warum dürfen bei uns in Schulen und öffentlichen, also staatlichen, Gebäuden Kruzifixe hängen? Wir trennen nicht in der gebotenen Notwendigkeit strikt Staat und Religion und wundern uns dann aber darüber, dass andere Glaubensrichtungen für sich eben auch diese Nachlässigkeit fordern.
Mit welcher nachvollziehbaren Begründung zieht der Staat auch heute noch Kirchensteuern ein?
Ein krasses Beispiel für die Folgen dieser Inkonsequenz des deutschen Staatssystems zeigt sich gerade eben im Zusammenhang mit der fürchterlichen Missbrauchsdebatte innerhalb der katholischen Kirche und ihren Institutionen.
Die deutschen Katholiken, konkret ihre beamteten Funktionäre, ältere Herren mit meist etwas verkniffenem Gesichtsausdruck, sie machen es sich und allen empörten oder erschütterten Beobachtern nicht so einfach.
Es ist keine Frage, jeder von uns mag glauben, an was er will. An Gott, an Allah, an Buddha, an die Wiedergeburt, an gar nichts. Solange wir uns dabei immer vor Augen halten, dass dieser unser Glaube - oder das Gegenteil davon - unsere Privatangelegenheit ist. Solange wir aus diesem Wissen heraus auch folgern, dass wir von nichts und niemandem fordern können, unsere Überzeugung sei die einzig Wahre und sie müsse besonders geschützt und womöglich gar zur Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens werden.
Die Empörung westlicher Demokratien ist immer groß, wenn bestimmte Länder mit muslimischer Mehrheit z.B. die Scharia, also die Rechtsgrundsätze aus dem Koran, als einzig zu akzeptierende Lebens- und Verhaltensregel einführen und danach handeln. Tatsächlich haben diese durchaus archaischen Moralvorstellungen so gut wie gar nichts mit unseren, in langen Auseinandersetzungen mit den christlichen Kirchen während der Aufklärung, entstandenen säkularen Vorstellungen gemein.
Dennoch sind auch bei uns einige Rest-Restriktionen kirchlicher Prägung auch in der Gesetzgebung hängen geblieben. Wie ist es z.B. mit der Strafbarkeit der sog. "Gotteslästerung"? Warum ist es jedem erlaubt, sich über alle denkbaren Staatsorgane und ihre Vertreter despektierlich zu äußern und sich dabei auf die freie Meinungsäußerung zu berufen - nicht aber im Bezug auf einen Gott, an den man nicht glauben mag?
Warum dürfen bei uns in Schulen und öffentlichen, also staatlichen, Gebäuden Kruzifixe hängen? Wir trennen nicht in der gebotenen Notwendigkeit strikt Staat und Religion und wundern uns dann aber darüber, dass andere Glaubensrichtungen für sich eben auch diese Nachlässigkeit fordern.
Mit welcher nachvollziehbaren Begründung zieht der Staat auch heute noch Kirchensteuern ein?
Ein krasses Beispiel für die Folgen dieser Inkonsequenz des deutschen Staatssystems zeigt sich gerade eben im Zusammenhang mit der fürchterlichen Missbrauchsdebatte innerhalb der katholischen Kirche und ihren Institutionen.

Hier zeigt sich in drastischer Weise, wie sehr sich vor allem die katholische Kirche in lange geübter Tradition als Staat im Staate fühlt und danach benimmt. Es sind zahllose Vorfälle des sexuellen und sonstigen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen innerhalb katholischer Institutionen bekannt, die kirchenintern niedergebügelt und mit verantwortungsloser Versetzung des Täters in eine andere Institution "bereinigt" wurden. In fast keinem dieser Fälle wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Mit welchem Recht darf sich Deutschlands höchster Katholik über diese in jeder Hinsicht berechtigte Forderung der staatlichen Justiz empört zeigen? Und mit welchem Recht kann Talk-Show-Dauerredner Bosbach von der CDU empört blubbern:
"Leutheusser-Schnarrenberger geht eindeutig zu weit, wenn sie den falschen Eindruck erweckt, die katholische Kirche würde eine Aufklärung der Missbrauchsfälle behindern."
Anstatt die vielen, teilweise gesetzlich festgelegten Privilegien der christlichen Kirchen in Deutschland mal sachlich und unbeeinflusst von entsprechenden Berufs-Christen zu hinterfragen, lassen sich Leute wie Bosbach instrumentalisieren.
Das ist wahrlich der Gipfel der Scheinheiligkeit.
A.S (26.02.10)