Dummheit
oder Programm?
Zur Zeit
kann man sich als Zuschauer des Berliner SPD-Kindergartens
nur noch sprachlos die Augen reiben und die Ohrenstöpsel
einlegen. Anders ist die Kakophonie gewisser Herrschaften
da oben nicht auszuhalten.
Es ist erst einige Wochen her, dass der Bundestag auf
Empfehlung der Koalitionsregierung das Gesetz abgesegnet
hat, wonach die Renten nicht sinken dürfen. Der
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hat es so gewollt, seine
Ministerkollegen haben es akzeptiert und so wurde es
letztlich auch beschlossen. Natürlich hat es der
Finanzminister Steinbrück (SPD) auch abgenickt. Aber der
bekommt jetzt kalte Füße und mosert herum, das sei nicht
machbar, man bürde den kommenden Generationen zu viel zu
und überhaupt.
Jetzt fragt man sich verständlicherweise, ob diese
Erkenntnis erst quasi über Nacht erwachsen ist und den
schlummernden Steinbrück überfallartig zu finanzieller
Klarheit und Ehrlichkeit gebracht hat. Denn nachvollziehbar
ist sie durch nicht von der Politik verdorbene Gehirne
deutsche Normalbürger de facto nicht. Heute so, morgen
genau andersrum, was interessiert mich meine Meinung von
vor einer Woche, mein Gehirn ist da durchaus flexibel und
anpassungsfähig - so in etwa stellt man sich die
Geistesblitze in Steinbrücks Gehirnwindungen eventuell vor.
Innerhalb der gesamtdeutschen SPD bricht nun wieder der
vielstimmige Chor konservativer und (angeblich) linker
Semi- und Vollprofis in brutaler Dissonanz hervor. Die
einen greifen die anderen an, Steinbrück bekommt von einer
Seite schallende verbale Ohrfeigen, die andere Seite hebt
den altbekannten staatsmännischen Zeigefinger der
politischen Mahnung in die Luft-Turbulenzen. Alle aber
reden von Dingen, die sie persönlich weder jetzt noch auf
ihre alten Tage beschäftigen. Denn ihre Altersversorgung
ist gesichert, komme da was wolle. Und mit diesem
beruhigenden Wissen kann man sehr bequem mahnen und
appellieren.
So sind sie halt die Sozis, so waren sie immer schon und so
werden sie wohl immer bleiben. Und so werden es auch immer
weniger in ihren Mitgliederzahlen.
Nun kommt der Herr Müntefering und krakeelt im „SPIEGEL“
herum, die Kanzlerin könne schon mal ihre Umzugskisten
packen. "Wenn der liebe Gott ist, wie ich ihn mir
vorstelle, ist er auf unserer Seite." Nun wissen wir alle
nicht unbedingt, wie Münte sich den „lieben Gott“
vorstellt, es deutet aber vieles darauf hin, dass es ein
gehörgeschädigter und mit schlechten Augen versehener alter
Herr sein dürfte. Denn anders ist dieser hingeknallte Satz
nicht erklärbar. Es spricht vieles dafür, dass Müntefering
selbst allmählich den Blick für die Realitäten verloren
hat.
Und dann auch noch die Feststellung von US-Präsident Obama,
Merkel müsse sich keine Sorgen machen, sie sei quasi schon
gewählt. SPD-Kandidat Steinmeier ist zutiefst erbost über
diese Äußerung Obama’s und lässt verlautbaren, dieser sei
kein Prophet. Mit dieser Feststellung hat er ja Recht, der
Möchtegern-Kanzler, aber vermutlich bekommt der
US-Präsident auch so einiges mit, was die Herrschaften um
Münte herum so alles von sich geben, wie die Umfragen und
die Stimmung in old Germany so sind. Daraus schließt er
wohl auf die guten Chancen von Angela.
Man muss das beileibe nicht für gut befinden aber es
schadet keinem, wenn er die offensichtlichen Realitäten als
solche erkennt. Die Wahrheit ist oftmals schmerzlich, aber
es ist auf jeden Fall besser, vorbeugend für eine andere
Wahrheit zu sorgen, als im Nachhinein irgendwelche Parolen
hinauszuposaunen, die nun wirklich keiner mehr glauben mag,
wenn er ehrlich ist.
Ergo ist die Frage erlaubt: Ist das politische Dummheit
oder theorielastiges Programm was uns die Chaotentruppe der
SPD vormachen will? Ein Trauerspiel ist es auf jeden
Fall.
A.S (07.07.09)