Abgeblitzt
und für dumm verkauft

Jedenfalls setzte sich letztendlich die Behauptung der Politik durch, man werde es irgendwie schaffen, Opel aus GM herauszulösen und dann an den Investor Magna verkaufen.
Wir erinnern uns an den Wirtschaftsminister und Shooting Star der großen Koalition, Herrn zu Guttenberg. Der hatte es gewagt, Bedenken gegen die staatliche Stützung einer immer kränker werdenden Autoindustrie zu äußern. Letztlich knickte er dann ein, gab nach und lernte, wie manche vor ihm, eine Angela Merkel kennen, die bei ihrem Ziel, erneut Kanzlerin zu werden, keine Rücksichten nimmt. Nicht mal in den eigenen Reihen.
Da war aber auch die große Hoffnung der SPD, der Kanzlerkandidat Steinmeier. Auch er bangte um die anstehende Bundestagswahl und begab sich auf Populismus-Pfade. Es hat ihm nichts genutzt, Frau Merkel setzte sich erfolgreich mit ihrer Beliebigkeit durch.
In einer Art übergreifender Koalition rauften sich die Polit-Akteure, die Gewerkschaften und die Betriebsräte von Opel zusammen und eine ganze Weile sah es danach aus, als würde GM tatsächlich dem Verkauf an Magna zustimmen. Aus Sicht der Arbeitnehmer von Opel ist so gut wie alles verständlich und nachvollziehbar. Da stehen ganze Familien auf dem Spiel, Existenzen und Lebensplanungen.

Alle beteiligten Politiker in Bund und den Ländern, ob Rot oder Schwarz oder wie auch immer gefärbt, sie beginnen nun heftig schwitzend zu realisieren, wie unverantwortlich sie Hoffnungen geschürt haben. Und wie eingebildet sie waren, als sie dachten, sie könnten einem US-Auto-Riesen Vorschriften machen. Aus den direkt betroffenen Ländern und auch aus Berlin hört man jetzt die reflexartige Empörung, das Unverständnis, und den mehr oder weniger gespielten Zorn über die bösen Kapitalisten heraus.
Als ob das nicht vorhersehbar war.
Die grossen Bosse der amerikanischen Autoindustrie wurden vor Monaten in öffentlichen Anhörungen zurechtgestutzt und dem Massenpublikum wurde damit suggeriert, nun werde alles wieder gut. Auch die Chefs von GM gingen für kurze Zeit in Sack und Asche, gelobten Besserung und kassierten erst mal gutes Geld vom amerikanischen Steuerzahler.
Mittlerweile sind diese Herren wieder obenauf, sie wittern Morgenluft und haben sich die Asche von den Schultern geklopft. Sie jonglieren wieder mit Milliarden und geben vor, ihr "Reich" gesundschrumpfen zu wollen und zu müssen. Und danach gehe es wieder aufwärts in neue Höhen des Big Business.
Die Aufräumarbeiten - wer hatte ernsthaft etwas anderes erwartet? - werden wie immer von den Arbeitnehmern bezahlt. Wie man hört sollen mehrere Werke in Deutschland geschlossen werden. Es werden Blut und Tränen fließen, so sieht es aus.
Fazit: Die Politik versucht immer wieder uns vorzumachen, sie bestimme die Richtlinien. Die Frage ist nur noch, wer von diesen von sich überzeugten Gestalten wirklich daran glaubt und wer nur so tut und mit einem heimlichen Auge auf einen gut bezahlten Job nach Ende der Politkarriere schielt.
Die Finanzkrise dient nur denjenigen, die sie verursacht haben. Das ist das wahre Drama dieser aktuellen Entwicklung.
A.S (04.11.09)