Schwänglisch für Profis

Wissen Sie, ob Stefan Mappus Fremdsprachenkenntnisse hat? Wikipedia behauptet, er habe Abitur. Gut, wird schon stimmen, aber das Gleiche wird dort von unserer schwäbischen Spitznase Oettinger auch behauptet.

Wir dürfen wohl auch davon ausgehen, dass diese beiden Herren damit auch zumindest rudimentäre Grundkenntnisse der englischen Sprache haben. Jedenfalls behauptet Oettinger, englisch werde die Amtssprache und jeder, egal ob Facharbeiter, Geschäftsführer oder was auch sonst immer, müsse demnach englisch verstehen und sprechen können.

Bravo, Herr (Noch·)Ministerpräsident, hiermit dürfen wir Ihnen an dieser Stelle ausnahmsweise mal Recht geben.

Allerdings, und das soll die Richtigkeit Ihrer gerade zitierten Feststellung keinesfalls anzweifeln, allerdings fragen wir uns nun, ob das nicht auch für Sie gelten soll. Denn Sie scheinen diesen Grundsatz nicht wirklich verinnerlicht zu haben.

"Ich bin in Englisch, was das Gespräch angeht, sehr sicher", so gab Oe. laut "Financial Times Deutschland" an. So, so. Die Frage ist dann aber, wie das Menschen, die mit dieser Sprache aufgewachsen sind und sie täglich sprechen, finden. Hierzu gibt es keine verbürgten Erkenntnisse, es darf aber wohl einfach mal unterstellt werden, dass Viele vieles von dem, was unser Oe. auf englisch mit starker schwäbischer Einfärbung von sich gibt, nicht so recht verstehen werden.

"I am of sse oppiinien" z.B. ist so ein Wort von dem Herrn, bei dem man, auch wenn man den englischen sicher nicht so mächtig ist, wie er das von sich selbst behauptet, zwei mal hinhören muss.

Es ist nur noch entsetzlich, was Oettinger sich und seinen Zuhörern angetan hat, als er im Dezember vor einem internationalen Publikum in angeblich englischer Sprache zugemutet hat. Das Zentrum für Kapitalismus und Gesellschaft der Columbia University hatte ihn als Redner geladen und das Drama hat man nun auf YouTube als Video-Mitschnitt veröffentlicht.

Mal im Ernst: Natürlich ist es keine Schande, wenn man seinen schwäbischen Dialekt trotz vieler Bemühungen nicht wegbekommt. Es ist auch und erst Recht keine Schande, wenn man eine Fremdsprache nicht beherrscht. Nur sollte man angesichts solcher Tatsachen auch entsprechend vorsichtig sein, wenn man Gegenteiliges behauptet.

Muss man sich wirklich solche Blössen geben, nur weil man demnächst EU-Kommissar werden soll?

Machen Sie sich selbst ein Bild, hier ist das Video auf YouTube:
Grausam, oder?

brusella (26.01.10)