Es
ist vollbracht
„Christdemokraten
auf Distanz zu Hartmann“ - so betitelt der Chefredakteur
der Brusler Rundschau heute einen Artikel, der sich mit
Pleiten, Pech und Pannen bei der Brusler CDU beschäftigt.
Es ist also nunmehr auch bei unserem Blättle
zwischenzeitlich durchgedrungen, dass mit dem
CDU-OB-Kandidaten Hartmann und mit seiner Unterstützung
durch den Stadtverband einiges im argen lag. Nun musste es
also raus.
Wie uns zu Ohren gelangt ist, befand sich Daniel Streib,
eben der Chef in Brusl, in der vergangenen Woche in Urlaub,
konnte also dadurch nicht tätig werden. Das sei zu seiner
Ehrenrettung erwähnt. Allerdings stellt man sich dann
nebenher die Frage, ob er keinen würdigen Stellvertreter
hat oder ob es bei solchen brisanten Themen aus der Brusler
Parteipolitik keinem Kollegen erlaubt ist, irgendetwas (und
womöglich gar was Falsches) zu solchen Themen zu schreiben.
Doch halt, wir erinnern uns an den seltsamen Kommentar am
vergangenen Samstag von Leipold, der blumig von
irgendwelchen ominösen Ungereimtheiten in düsteren
Hinterzimmern fabulierte. Klar, es war ein Kommentar und
wenn der Herr Leipold so denkt, dann ist das sein Problem.
Heute erfahren wir also von Herrn Streib, dass es in der
Brusler CDU ganz schön rumort. Nun gut, das hatten wir uns
sicher alle schon gedacht aber der Redakteur hat sich
natürlich in seiner Eigenschaft als hiesiger Journalist bei
gewissen Leuten erkundigt und Informationen eingeholt. So
erfahren wir also in der heutigen Ausgabe:
„In der
parteiinternen Kritik stehen zum einen
Stadtverbandsvorsitzender Werner Stark und
Günter
Brüstle,
Vorsitzender des größten Ortsverbands, die gemeinsam mit
den Sondierungsgesprächen beauftragt waren und die
Unterstützung
für
Florian Hartmann befürwortet
hatten. Ebenfalls in der Kritik steht Matthias Holoch, der
sich aus Sicht einiger Parteifreunde im Wahlkampf zu
defensiv verhalten hatte.“
Die Irritationen und internen Zerwürfnisse gipfelten
nunmehr sogar in der Tatsache, dass die CDU es bei der
konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats nicht
schaffte, einen Fraktionsvorsitzenden zu nominieren. Es ist
sicher eine Spekulation, allerdings keine allzu gewagte,
dass Matthias Holoch’s Chancen damit gegen Null tendieren.
Er selbst hat sich der Zeitung gegenüber auch schon
geäußert: "Sollte die
Partei zum Schluss kommen, ich hätte mir etwas zuschulden
kommen lassen, stehe ich für
den Fraktionsvorsitz nicht mehr zur Verfügung."
Am 16. September will die Partei nun also eine Klärung der
schwelenden Konflikte vor und mit den Mitgliedern
herbeiführen. Wir dürfen also gespannt sein, wie ehrlich
und wie offen diese Partei mit ihren Leichen im Keller
umgehen wird.
Über die von Herrn Bühler, CDU-Vorstandsmitglied in Brusl,
erhobenen Vorwürfe, Hartmann habe zur Diffamierung der
Konkurrenz aufgefordert, schreibt Herr Streib in seinem
Artikel kein Wort. Es gibt sicherlich innerhalb der CDU
andere Prioritäten - für die wählende Brusler Bürgerschaft
dürfte dennoch eine solche infame „Wahltaktitk“, die wohl
damals bei der Nominierung Hartmanns quasi durchgewunken
wurde, von erheblich größerer Bedeutung sein. CDU-Chef
Brüstle wiegelt in gewohnter Art ab: "Ich habe Herrn
Bühler
alle Fragen beantwortet." Na denn, das war’s dann wohl,
oder?
A.S (05.08.09)