Verdrängung als Prinzip

Es ist jetzt eine knappe Woche her, dass nicht nur bekannt sondern auch vom Verfasser im eigenen Blog veröffentlicht (Oklablog) wurde, auf welch perfide Art der Kandidat Hartmann die Unterstützung der CDU eingefordert hatte. Wir müssen hier nicht auf die Einzelheiten eingehen, das kann man im Original nachlesen und es ist mehr als nur unappetitlich.

Was ist daraus geworden? Nichts. Es ist alter Brusler Brauch, dass man unangenehme Fakten einfach totschweigt, verdrängt, in der Versenkung verschwinden lässt.

Wenn die „Christdemokraten“ sich so verhalten, dann ist das natürlich auch für uns alle altbekannt und bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehbar. Wer wäscht schon gerne seine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit? Und Olaf Bühler, der Macher des oben erwähnten Oklablogs, der Bekenner und Störer in der eigenen Partei, der Kandidat der CDU bei der kürzlich abgehaltenen Kommunalwahl, dieser Olaf Bühler steht in der veröffentlichten Meinung immer noch fast völlig alleine da. Seine Parteifreunde ignorieren ihn wahrscheinlich im besten Fall, ansonsten werden die meisten eine „heilige“ Stinkwut auf ihn haben.

Eine Schande und eine Katastrophe dagegen ist es, dass die Lokalzeitung, diese leider auch altbekannt in bestimmten politischen Konstellationen ignorante und meinungsfilternde Brusler Rundschau es bis heute nicht für nötig erachtet, auch nur eine Zeile zum skandalösen Verhalten des Herrn Hartmann und der Brusler CDU abzudrucken. Heute wird in einem redaktionellen Kommentar gefaselt von irgendeinem ominösen
Nachtreten, von bösen Anfeindungen aber es werden weder Ross noch Reiter genannt. Wie Olaf Bühler in seinem Schreiben an Hartmann festgestellt hat, hatte dieser offensichtlich u.a. zu einer „Verunglimpfung des Gegners“ aufgefordert. Und die letztlich gewählte Frau Petzold-Schick hatte ja wiederholt davon gesprochen, dass böswillige Gerüchte über sie in Umlauf seien. Hier ist es Aufgabe der freien Presse, für Aufklärung zu sorgen. Es genügt nicht, den moralischen Zeigefinger zu heben und „böse, böse“ zu raunen.

Aber: Diese Zeitung verdrängt solche Hintergründe und Durchstechereien aus Prinzip und verhält sich wie die berühmten drei Affen. Pressefreiheit bedeutet nicht, dass man sich die Freiheit nehmen darf, bestimmte Dinge zu verschweigen, weil sie bestimmten Leuten unangenehm sind. Es ist mal wieder ein trauriger Höhepunkt einer langen traurigen Geschichte dieses Monopol-Blattes. Die Brusler Rundschau zeigt mal wieder, warum sie zu Recht als Provinz-Blatt bezeichnet werden darf. Andererseits könnte solch ein Titel von den Bewohnern der Provinz als beleidigend empfunden werden. Aber das ist leider nicht vermeidbar und es soll sich hier nur auf die Zeitung beziehen.

A.S (01.08.09)