Ob-Wahl in
Brusl - Teil 5: Jeder blamiert sich wie er
kann

Die Rede ist von einem Eintrag in Rolf's Blog vom 21. Juli. Dort wird ein Stück aus Hartmanns Antwort auf eine Publikumsfrage anlässlich einer Kandidatenvorstellung in Kaufmanns Schlachthof wörtlich wiedergegeben. Dieses Zitat muss man sich in Ruhe mindestens zwei mal durchlesen, denn erst dann wird einem klar, welchen hohlen Kunst-Sprech dieser Mann von sich gibt.
Zitat 1: "Sie fragen sich, warum ich in Düsseldorf den Staatsanzeiger Baden-Württemberg lese. Das liegt einfach daran, dass ich selber aus Baden-Württemberg komme. Mein Chef kommt auch aus Baden-Württemberg. Das ist für uns so eine Art Pflichtlektüre. Irgendwie jede Woche. Da gibt es sehr viele Ausschreibungen drin. Auch das ist richtig."
Eine Art Pflichtlektüre, die der Mensch irgendwie jede Woche zu lesen pflegt. Auch ist richtig, dass im erwähnten Staatsanzeiger sehr viele Ausschreibungen sind. Wahrlich, das sind zutiefst erhellende Erkenntnisse.
Zitat 2: "War mit meiner Frau zusammen die Woche drauf bei den Schwiegereltern in Mannheim und ich habe dann zu ihr gesagt 'Mensch komm, lass uns mal nach Bruchsal fahren, lass uns mal anschauen'. Wir waren vorher schon hier aber natürlich können sie sich vorstellen mit einem anderen Blick bei ihnen mal."
Och ja, ich kenne Bruchsal im Grunde überhaupt nicht, es hat mich bisher nicht die Bohne interessiert, aber jetzt, da im irgendwie jede Woche gelesenen Staatsanzeiger steht, dass die einen neuen OB brauchen... Kann sich ein Kandidat besser als eiskalter Karriere-Planer entlarven?
Zitat 3: "Es war. Die Sonne hat geschienen. Es war einfach, hat uns sehr gut gefallen. In der Stadt. Meine Frau und ich sind gemeinsam am Amtsgericht vorbei gegangen. Meine Frau ist Richterin und hat also 'Mensch. Hier ist ja wirklich alles, alles da'."
Na super, es war. Und vor allem, es war einfach (nichtssagend, primitiv, unser Brusl?). Und was dieses popelige Bruchsal dann auch so alles hat, sogar ein Amtsgericht, da kann die Frau Gemahlin auch gleich einen neuen Job antreten. Wenn er OB ist, wird er das schon deichseln, dass das klappt.
Zitat 4: "Wir kommen auf Heidelsheim. Einer der Stadtteile. Was, was da los ist. Also, es hat, ja, meiner Frau und ich hat es wirklich sehr gut gefallen. Diese Stadt hat tolle Grundlagen und ich möchte einfach gemeinsam mit Ihnen daran weiter arbeiten, dass das auch so bleibt."
Also, das muss man ja schon ehrlich sagen, in Heidelsheim ist wirklich unglaublich viel los, da steppt der Bär, da ist Halligalli, aber hallo! Und dann droht der Mann fast schon, indem er vorgibt, er wolle "gemeinsam mit Ihnen daran weiter arbeiten". Ach nee, Junge lass man.
Genug der Zitate, wie gesagt, oben ist der Link und Sie können es selbst lesen.
Man hat natürlich Verständnis dafür, wenn ein OB-Kandidat von außen ein wenig dick aufträgt, wenn er Brusl als Stadt schönredet. Aber gar so schleimig, gar so platt, gar so durchsichtig, das ist schon mehr als eine Spur von Zuviel.
Nicht mal Brusl hat solch einen Schaumschläger als Verwaltungschef verdient.
A.S (22.07.09)