Ob-Wahl in Brusl - Teil 4: Gerüchte gehen um...
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In der heutigen Brusler Rundschau las man ein Interview mit der OB-Bewerberin Petzold-Schick, die weiteren 3 Kandidaten sollen auch noch Gelegenheit bekommen, sich im Brusler Blättle darzustellen.

Das ist ja schön und gut und wäre an sich nicht erwähnenswert. Dafür ist u.a. so eine Lokalzeitung auch da, dass sie dem am Ortsgeschehen interessierten Leser Informationen vermittelt.

Frau Petzold-Schick wurde auf die offenbar umlaufenden Gerüchte angesprochen, die ihre Person in ein schlechtes Licht stellen sollen und die sich wohl verbreiten wie üble Gerüche. Eines davon scheint zu besagen, die Kandidatin sei aus der Kirche ausgetreten.

Die Tatsache, dass grundsätzlich von wem auch immer eine Person diffamiert werden soll zeugt von einer elenden Gesinnung des/der Verleumder. Das ist sicher Konsens unter vernünftigen und redlichen Menschen.

Genauso schlimm jedoch ist auch exakt das zitierte Gerücht. Es spekuliert darauf, dass eine Person, die aus einer der "Amtskirchen" ausgetreten ist, grundsätzlich mit äußerster Vorsicht zu behandeln ist. Das an sich ist ein noch schlimmerer Skandal, als die dahingestellte und offenbar unwahre Verleumdung. Und dann muss sich die Frau auch noch wortreich rechtfertigen und betonen, dass sie sehr wohl noch IN der Kirche sei und dort auch Funktionen ausübt.

Was hat denn bitteschön das mit der Bewerbung um das Amt der Oberbürgermeisterin von Brusl zu tun? Ist es denn nunmehr so, dass dieses Amt und das christliche Glaubensbekenntnis zusammengehören und eine unumstößliche Einheit bilden?

Unser Grundgesetz besteht zu Recht darauf, dass u.a. die Mitgliedschaft in welcher Kirche auch immer etwas ist, das niemals zum Nachteil gereichen darf. Genauso gilt das analog aber auch für Menschen die keiner Kirche angehören. Und die Konsequenz daraus ist ganz einfach, dass sich keine/r für das rechtfertigen muss, was seine persönliche und private Überzeugung in Hinsicht auf Religion ist.

So gesehen ist es durchaus nicht in Ordnung, dass Frau Petzold-Schick meint, sie müsse so etwas dementieren. Es ist aber zugegeben nicht ihre Alleinschuld. So gut wie jeder Politiker in Deutschland meint, er müsse seine christliche Überzeugung bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit betonen und herausstellen.

Seit der Aufklärung, die den christlichen Kirchen mit viel Kampf und Leid abgezwungen werden musste, sollte man meinen, wir alle lebten in einem säkularen Staatsgebilde und trennten eindeutig zwischen Staat und Kirche.

Es lohnt sich nicht nur für Bewerber/innen um politische Ämter darüber nachzudenken, dass der religiöse Glaube des Einzelnen eine sehr private Angelegenheit ist, die man nicht wie einen Schild vor sich hertragen muss. Wenn wir alle uns konsequent daran halten, dann kann man damit auch niemand diffamieren.

A.S (18.07.09)