In
der Brusler Rundschau vom 20.05.09 wurde der nachfolgende
Leserbrief veröffentlicht:
Wo bleiben die OB-Bewerber?
Zur
Oberbürgermeisterwahl in Bruchsal:
Die OB-Wahl in Bruchsal erscheint fraglich, wenn man des
Wortes eigentliche Bedeutung auf per dato nur eine bekannt
gewordene Bewerbung bezieht. Wo bleibt die von
Partei-Strategen erwartete Flut von Bewerbungen, fragen
sich in diesen Tagen auch politisch interessierte Bürger?
Was hat Bruchsal, oder hat es nicht, das solches
Desinteresse begründen könnte? Die Frage regt zum
Nachdenken an.
Eine Teilantwort könnte in den über Bruchsal hinaus bekannt
gewordenen permanenten Querelen im Gemeinderat liegen. Der
dominanten Amtsführung des bisherigen Rathauschefs
zugeordnet werden, oder im Verhalten einiger Ratsmitglieder
gegenüber und im Umgang mit dem Schultes liegen. Eine
gedankliche Verbindung zu den Kuckucksei „Sepa“ mit all
seinen Nebenwirkungen als Hypothek, kann wohl auch nicht
ganz ausgeschlossen werden.
Enttäuschend kann und muss empfunden werden, dass bisher
noch keine der etablierten Parteien im Rat oder willens
waren, einen eigenen erkennbaren Bewerber mit
Parteizugehörigkeit zu benennen und zu präsentieren. So
wurde - von einigen - aus der Not eine Tugend gemacht und
relativ einfach die bisher einzige Bewerbung (noch ohne
Parteizugehörigkeit) mit Lobeshymnen auf den Schild
gehoben.
Man darf gespannt sein und auch hoffen, dass sich doch noch
etwas tut. Es müsste schwer fallen, sollte es bei nur einer
Bewerbung bleiben, von einer „Wahl“ zu sprechen. In diesem
Falle hätten sich die Parteifraktionen nicht mit Ruhm
bekleckert und einer allgemeinen Politikverdrossenheit
Vorschub geleistet, also einen Bärendienst erwiesen.
Bruchsal und das bedeutende Amt hat in Respekt Besseres
verdient.
Fritz G. Kessler, Erlenweg 18, Bruchsal
Anmerkung
der Redaktion:
Am 16. April haben wir hier auf unserer Homepage eben das
bemängelt, was Herr Kessler in seinem Leserbrief jetzt auch
kritisiert (Hier unser
Artikel). In der Tat, es ist ein
mehr als schwaches Bild, das sich hier ergibt. Und die
Spekulationen des Herrn Kessler zu den Gründen dieses
fast schon autistisch zu nennenden Verhaltens mag man
teilen oder auch nicht. Definitiv jedoch ist das
teilweise schon peinliche Anbiedern mehrerer Brusler
Parteien an die bisher einzige Kandidatin nur als ein
blamables Zeichen der Unfähigkeit und
Perspektivlosigkeit zu bezeichnen.