Geballte Power (?)

Die Parteien schaffen es nicht, Kandidaten für die anstehende OB-Wahl in Brusl zu finden, wie wir hier schon wiederholt enttäuscht moniert haben. Als allererste und vor allem parteilose Kandidaten hat Frau Petzold-Schick ihren Kopfschmuck in den Ring geworfen. In ihrer grenzenlosen Verzweiflung haben sich die größeren Brusler Parteien sofort gierig auf sie gestürzt und in hechelnder Begeisterung proklamiert, die Dame werde von ihnen unterstützt. Die SPD hat sie gar ursprünglich mal zu „Ihrer“ Kandidatin erklärt, nach verwunderten Reaktionen der Brusler Rundschau und auf unserer Homepage hat man das dann „abgemildert“ auf „Die“ Kandidatin. Schon ein wenig peinlich...

Heute nun revolutionäres von der OB-Wahlfront in der Brusler Rundschau: Es gibt, man höre und staune, neue Bewerber.

Da ist zunächst mal ein gewisser Rechtsanwalt Peter Metzka aus Brusl. Sie kennen ihn nicht? Machen Sie sich nichts draus, es wird wohl den meisten Bruslern so gehen. Das ist an sich nicht schlimm, mindert jedoch die Wahlchancen erheblich. Auch ist er in keiner Partei Mitglied. Es sei ihm ein Anliegen „die Stadt auf dem weiteren Weg im Sinne der Bürger zu begleiten und voranzubringen.“ Na, das ist doch mal ein Spruch, oder? Man fragt da doch spontan nach der geplanten Richtung, aber wir wollen mal nicht pingelig sein. Unsere Parteien werben für die Kommunalwahl mit ähnlich sinnleeren Sprüchen: „Menschen wie Du und ich“, „Bruchsal braucht einen Neuanfang“, „Einsatz für Bruchsal“ oder „Die Karten werden neu gemischt“. Was wollen die uns eigentlich verkaufen? Ein Waschmittel?

Dann gibt es einen Herrn Peter Biedermann aus Untergrombach, von Beruf Steuerberater, eher bekannt als Ehemann der Erika Biedermann, Gemeinderätin in Brusl. Sie war mal bei der CDU, fiel dort aber derart heftig als Unruhestifterin auf, dass Doll sie recht deutlich mit Verachtung strafte. Also ging sie zur FDP. Ihr Gatte hat offenbar noch immer das Parteibuch der Schwarzen, allerdings ist auch er dort alles andere als gerne gesehen, da er bei der letzten Gemeinderatswahl seinen eigenen Partei-Kumpanen Unregelmäßigkeiten bei der Wahlkampf-Fnanzierung vorgeworfen hatte.

Dass Biedermann jetzt blauäugig darauf hofft, seine Partei werde ihn unterstützen, ist schon bezeichnend. Er müsste doch das Elefanten-Gedächtnis seiner Parteifreunde kennen, vor allem das eines gewissen Werner Stark. Und prompt ließ dieser verlautbaren, Herr Biedermann werde von der CDU im Wahlkampf nicht unterstützt. Warten wir´s ab, vielleicht wechselt der Mann auch die Pferde und gesellt sich zu seiner Frau in die FDP.

Schließlich gibt es einen gewissen Thomas Heber, der sich wohl als allererster beworben hat. Bis heute hat man von ihm weder was gehört noch gesehen. Heute erfahren wir, dass er Idustriekaufmann sei und von Rücklagen lebe, da er nicht berufstätig sei. Ohne dem Mann zu nahe treten zu wollen: So wird das wohl nix.

Sie sehen also, es tut sich unglaublich viel in diesem Brusler OB-Wahlkampf-Getümmel, ausgesprochene Siegertypen buhlen um die Gunst des Wählers, die Spannung steigt in unermessliche Höhen, geballte Power von Weiblein und Männlein giert nach unser aller Wohlwollen und Stimme. Stöhn...

A.S (26.05.09)