Wieder
ein Leserbrief zur OB-Wahl:
Nachfolgender
Brief erreichte uns heute (28. Mai 09) per E-Mail. Er wurde
auch an die Brusler Rundschau geschickt und wird dort
(möglicherweise?) auch abgedruckt werden. Wir freuen uns,
diese Meinungsäußerung als erste veröffentlichen zu können.
Hier nun das Schreiben im Original:
Sehr geehrte Damen und Herren,
der heutige Artikel über den neuen OB-Bewerber Biedermann
gibt Anlass zu folgenden Bermerkungen:
Es ist ja bisher ein Armutszeugnis in unserem Gemeinwesen -
dem Mittelzentrum Bruchsal - wie sich der OB-Wahlkampf zäh
und träge hinzieht. Nachdem der langjährige OB sogar noch 3
Monate früher seinen Sessel räumt, habe ich gedacht, daß es
jetzt endlich einmal losgeht mit interessanten Bewerbungen
für den OB-Sessel - aber es kam alles anders. Scheinbar
viele Absagen von Bewerbern, die sich mit der "Bruchsaler
Wirklichkeit" näher beschäftigten. Das gibt zu denken.
Wochenlang einzige ernstzunehmende Bewerberin: die
Bürgermeisterin von Ettlingen, die sogleich freudestrahlend
von der "abgeschlafften" Daueropposition SPD und anderen
vereinnahmt und unterstützt wird. Jetzt auf einmal neue
Bewerbungen: ein bisher in Kommunaldingen in Bruchsal nicht
in Erscheinung getretener Rechtsanwalt aus Bruchsal - der
seine Bewerbung der Zeitung mitteilt um sich dann aber
sogleich in den "wohlverdienten Urlaub" abzumelden - bevor
er sich der Bruchsaler Öffentlichkeit vorstellt. Außerdem
auch schon in einem Alter, an dem man an den Ruhestand
denkt. Sehr seltsam.
Und dann der Bewerber B. den die BNN besuchte. Was er so
von sich gibt, spricht für mich Bände: Ein langjähriges
CDU-Mitglied will sich wohl an seinen Parteifreunden rächen
- mag die "Entfilzung" und Zerschlagung von "Seilschaften"
auch aufgrund jahrzehntelanger Herrschaft ein hehres und
erstrebenswertes Zeil sein - aber dieser Kandidat ist ja
wohl dafür nicht geeignet. Das Herunterfahren des
"überzogenen Überwachungsapparats der Stadt und ihrer
Bürgerverärgerungsbehörden" und der Abbau von Gemeinderäten
und deren Privilegien scheinen ja wohl nur
"Stammtischparolen" und Kabarettnummern zu sein. Diese
Aussagen zeigen doch ein völliges Unverständnis eines
funktionierenden demokratischen Gemeinwesens, wie es sein
sollte. Wir brauchen in Bruchsal - aus meiner Sicht -
demokratische, parteiunabhängige, junge dynamische
Persönlichkeiten, die endlich einmal darangehen, die vielen
Hausaufgaben zu machen, die in Bruchsal leider
jahrzehntelang versäumt wurden um der Stadt eine neue
Richtung zu geben.
Dazu wäre es dann aber auch notwendig, daß in der Stadt
einmal neue unverbrauchte Gesichter bei den
Stadtratsfraktionen aufgestellt würden, ich sehe auf den
vorderen Listenplätzen unserer Parteien schon wieder viele
"alte" Gesichter, die m.E. ihre Zeit schon längst hinter
sich haben. Wo sind die jungen, dynamischen
Persönlichkeiten in unserer Stadt. Die Wahlbeteiligung wird
wieder erschreckend niedrig sein, gerade bei der Jugend.
Zusammenfassend: das "Brusler Kabarett" geht wohl leider
weiter - die CDU sucht immer noch den Superstar und die
Bruchsaler Rundschau liefert täglich den Rahmen und die
Bühne dazu, siehe heutiger Bericht "Ich möchte auch ein
Stachel sein" und darunter passend der Artikel über den
angeblichen Besuch von Robbie Williams im Kraichgau.
Kabarett jeden Tag live in der Bruchsaler Provinz - Rainer
Kaufmann vom Schlachthof wird es freuen: Genügend Material
in Brusel für die nächsten Kabarettabende.
Aber "Lachen" ist doch auch gesund - in diesem Sinne
wünsche ich einen schönen Tag und freue mich auf
Fortsetzung und habe immer noch die leise Hoffnung, daß
Bruchsal wieder eine Richtung bekommt und ein Ziel das uns
wirklich voranbringt. Wie wäre es mit einer neuen Bewerbung
für die nächste "Landesgartenschau." Oder doch lieber eine
Bewerbung bei "Bruchsal sucht den SuperOB“ bei RTL und
Konsorten?
Dies schreibt ein 67-jähriger mit einem lachenden und einem
weinenden Auge
Mit freundlichem Gruß
Bernd Hein
Fritz-Hirsch-Str. 13
76646 Bruchsal
b.hein(at)onlinehome.de
28. Mai 2009