Leserbrief
zum Kandidaten-Karussell auf unserer
Homepage:
Hallo
Redaktion,
hmm - ok, Sie sehen die SEPA-Entscheidung also kritisch bis
ablehnend. Das ist Ihr Recht, wie es das Recht vieler ist.
Allerdings gibt es da so ein paar demokratische
Spielregeln: Der Oberbürgermeister (veilleicht ja demnächst
die Oberbürgermeisterin??) steht dem Gemeinderat vor, er
(sie??) ersetzt ihn nicht - auch wenn der scheidende OB
oftmals den Eindruck erweckt hat, es sei so.
Der Gemeiderat hat sich aber, soweit ich das beurteilen
kann, eindeutig für SEPA entschieden. Sollte es dabei den
einen oder anderen Formfehler im Verfahren oder in
Verträgen gegeben haben (danach möchte ja Herr Metzka
suchen), dann muss an den betreffenden Stellen
nachgebessert werden. Einen Gemeinderatsbeschluss
rückgängig zu machen wäre ein demokratischer Gau, zumal
sich ja die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat durch die
letzte Wahl vor ein paar Wochen auch nicht in ihr Gegenteil
verkehrt haben, d.h. die Wähler stehen offensichtlich immer
noch mehrheitlich hinter den Entscheidungen des
Gemeinderats. Darum einfach so zu verkünden, man mache die
SEPA-Entscheidung rückgängig ist politische Blauäugigkeit
und lässt an der demokratischen Gesinnung der betreffenden
Kanditaten zweifeln. Neue Mehrheiten und neue
Führungsspitzen können lediglich auf zukünftige
Entscheidungen Einfluss nehmen. Die Bürger müssen sich ganz
einfach vorher überlegen, wen sie da wählen und sich
einmischen, ehe eine Entscheidung getroffen wurde. Damit
sie das besser können muss natürlich die Kommunikation
zwischen Verwaltung, Gemeiderat und Bürger verbessert
werden. Wer sich dann aber weiterhin aus der Politik
raushält, bis der
Bagger vor seiner Haustür steht, der ist selber schuld.
Kurz: Von demokratisch legitimierten Gremien gefällte
Entscheidungen sind - soweit dadurch nicht gegen geltendes
Recht verstoßen wird - zu akzeptieren. Ohne Wenn und Aber!
Auch wenn's weh tut! Das ist Demokratie.
Zur Kandidatin, Frau Petzold-Schick: Sie schreiben von
"Friede-Freude-Eierkuchen". Richtig ist: Frau
Petzold-Schick möchte das Wir-Gefühl in der Gesamt-Stadt
stärken ... und wir als eingefleischte Brusler, Frösch,
Grießknöpf usw. wissen, da hat sie sich viel vorgenommen
und wenn sie damit ernst macht, wird das für viele
eindeutig nicht als "Friede-Freude-Eierkuchen" empfunden
werden, sondern so mancher wird sich dann über die
"Einmischung einer Auswärtigen" aufregen ;-) (obwohl wir
alle wissen, dass sie recht hat und da gerade in Brusl noch
einiges Potential auszuschöpfen wäre). Aber Sie schießen zu
kurz, wenn Sie nur das erwähnen. Frau Petzold-Schick hat
ebenso klare Aussagen zu Brusl als Schulstadt,
Wirtschaftsstandort, Stadtbild / Innenstadt, Verhältnis der
Stadtteile zur Kernstadt, regionales Zentrum, Verkehr,
Umwelt, Zukunftstechnologie usw. gemacht. Das "Wir sind
Bruchsal" ist da nur das Sahnehäubchen auf einem Berg
sachpolitischer Zielsetzungen.
Viele Grüße
Georg Doll
www.bruchsal-net.de
Nachtrag der
Redaktion:
Den Artikel „Kandidaten-Karussell“ finden Sie
hier...
06.07.09
Heute,
am 7. Juli, erreichte die Redaktion folgende E-Mail von
OB-Kandidat Peter Metzka:
Zum Leserbrief
von Herrn Georg Doll:
Als Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters in Bruchsal
darf ich aus meiner Rede zu SEPA zitieren:
"Bruchsal ist um SEPA gespalten. Von der Werbegemeinschaft
begrüßt und in der Bevölkerung offensichtlich nicht
verstanden. Ich sehe meine Aufgabe darin die Verträge zu
prüfen und auch zu hinterfragen. Wir müssen die uns
gemachte Hinterlassenschaft auch und über die ersten
sicheren Jahre hinaus und mit dem Blick auf ein der Stadt
Bruchsal dienendes Mietmanagement sehen."
Meine Ausführungen sind und können nur dahingehend
verstanden werden, dass der SEPA - Beschluss als
demokratischer Beschluss verstanden wird und hier seitens
der Stadt Bruchsal und soweit als möglich auf das
Mietmanagement geschaut werden muss.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Metzka