Generöser Gönner
Gehard
Nun
ist es also soweit. Die Peter-Strasser-Anlage wird laut
heutiger Brusler Rundschau endgültig umgebaut, erneuert,
verschönert (?), gastronomisiert und vor allem dann auch
umbenannt. Das Gelände wird alsdann Europa-Platz genannt
werden. Leider, leider - ich muss es nochmals bedauern -
wird mein Vorschlag aus dem Jahre 2006 nicht
aufgenommen. Hier können Sie gerne nochmals
nachlesen, warum ich für den Namen Gehard-Platz plädiert
habe. Aber auf mich hört ja keiner.
Wie wir treuen und immer wieder gerne mit lapidaren
Aussagen zufriedenen Brusler aus der heutigen Rundschau
also erfahren, wird für Herrn Gehard, den Investor, eine
"Vision" wahr. Schön für ihn. Noch-OB Doll, der sich bei
der Beschlussfassung im Juli 2007
noch für
befangen erklärt hatte, ist auch hochzufrieden und kann
nun glücklich aus seinem bisherigen Amt scheiden. Es ist
alles so gelaufen, wie er es sich vorgestellt und
ausgemalt hatte. Schön auch für ihn.
"Begehbare
Wasserspiele vor dem Kino, ein Bistro mit Terrasse auf der
Nord-West-Seite, Begrünung,
jede Menge Freiraum für
Aktionen und Veranstaltungen sowie attraktiver Platz
für
einen Skulpturengarten", (Brusler Rundschau) all das
werde laut Architekt Hug nun dort entstehen und die Brusler
zu Begeisterungsstürmen hinreißen.
"Auch
Oberbürgermeister
Doll sieht dem neuen Europlatz, durch den die Gestaltung
eines Stadtquartiers nun abgeschlossen werde, mit Freude
entgegen. Schon jetzt sei der Platz - insbesondere
für
junge Menschen - ein wichtiger Treffpunkt in der Stadt.
>>Sehen und gesehen werden, wird hier auch
künftig
eine große Rolle spielen<<, so Doll, >>und die
Menschen werden den Europaplatz beleben.<<"
Dürfen wir daraus schließen, dass Doll künftig als
OB-Pensionär regelmäßig dort aufkreuzen wird? Einfach nur
um zu sehen und vor allem auch um gesehen zu werden? Und
wir Brusler: Sollen wir uns womöglich auch noch darauf
freuen?
Und noch ein letztes Zitat aus unserem Blättle:
"Immerhin trage
Investor Gehard die Hauptlast des rund 500 000 Euro teuren
Projekts, während die Stadt zwischen 40 000 und 60 000 Euro
in ihre Infrastruktur investiere, so Doll laut einer
Mitteilung der Stadtverwaltung."
Sapperlott, ein wahrlich großer Haufen Geld. Wir dürfen nun
also spekulieren, warum er so großherzig agiert. Ein wahrer
Christ, der die Nächstenliebe auf seine Investoren-Fahne
geschrieben hat? Das unterstellen wir jetzt einfach mal,
oder? Er hat reichlich "Schotter" und muss dafür sorgen,
dass er in Umlauf ist (der "Schotter"), um dem Finanzamt
nicht allzuviel davon abgeben zu müssen? Können wir
bestimmt auch nicht ganz ausschließen, ohne konkrete
Beweise dafür zu haben.
Liege ich gänzlich falsch, wenn ich Herrn Gehard auch
persönliche Interessen unterstelle? Fast das ganze Areal um
den künftigen Europa-Platz ist quasi fest in seiner Hand
und das wird ihm kaum zu Nachteil gereichen, auch nicht in
finanzieller Hinsicht. Das ist legal, keine Frage.
Gewinnmaximierung ist Alltag in Deutschland und verboten
ist es auch weiterhin nicht. Nicht mal als Motivation für
"großzügige" Investoren.
Ob diese "Public-Private-Partnership", wie man so schön in
neuem Deutsch-Sprech zu sagen pflegt, auch für eine Stadt
wie Brusl letztendlich nur Gutes bringt, das darf zumindest
bezweifelt werden. Immer mehr wird nicht nur von Kommunen
"outgesourced" und immer mehr Menschen haben damit immer
mehr Bauchweh. Man könnte sich im Bezug auf den
Europa-Platz in Brusl vorstellen, dass die dort
angesiedelte Gastronomie ihre Interessen gegenüber der
Gemeinde und damit den Anwohnern immer fordernder
durchsetzen könnte. Könnte doch sein, oder?
Ach ja, wirklich, ich finde Gehard-Platz immer noch einfach
treffender.
brusella (16.09.09)