Unterirdisch
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Da hat er sich aber einen geleistet, der Günter Brüstle. Sein in der heutigen Brusler Rundschau veröffentlichter Leserbrief hat eine äußerst unangenehme Eigenschaft: Zwischen allen Zeilen tropft der Geifer heraus und man mag gar nicht hingreifen, anfassen, es ist einfach zu schmierig.

"Dieser Leserbrief ist so entlarvend - schrecklich.
Und in diesem Zusammenhang MUSS auch daran erinnert werden, dass sein Verfasser hauptamtlich Kriminalbeamter und Leiter der BRUCHSALER Kriminalaußenstelle ist.
In irgendeinem Gesetz steht doch drin, ein Beamter hätte sich innerhalb und außerhalb seines Dienstes - oder so...
Ach ja, da hab ich's - Landesbeamtengesetz Baden-Württemberg:
'...Sein Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes muß der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Beruf erfordert...' "


Alles das, was hier blau eingefärbt dargestellt wird, sind Zitate. Wie zum Beispiel der obige Ausschnitt aus einer E-Mail an die Redaktion von Bruchsal-Neu.

Es ist echt schwierig, wo soll man anfangen bei diesem unsäglichen Schreiben aus der untersten Schublade von Anstand und Respekt für Andersdenkende? Am Besten wohl mit der Art und Weise, wie ein CDU-Mitglied aus Obergrombach, nämlich Jens Skibbe, hier regelrecht vorgeführt werden soll:

"Wenn Herr Skibbe aus persönlicher Verärgerung oder verletzter Eitelkeit ber die Entscheidung seiner Partei und völliger Fehleinschätzung seiner Möglichkeiten dennoch zur OB-Wahl antrat, mag dies seinem subjektiven Verständnis entsprechen."

Deutlicher kann man einem Anderen seine Verachtung in einem durchdachten und sauber formulierten Satz kaum mitteilen. Man mag sich nicht vorstellen, dass alle "Christ"-Demokraten derart miteinander umgehen. Und es wird noch besser, es kommt noch ein massiver Tritt mit einem riesigen Stiefel:

"...dass die neue Oberbrgermeisterin nicht aus eigener Kraft ihrer Untersttzer, sondern insbesondere durch das Verhalten des Obergrombacher Ortsvorstehers und CDU-Mitglieds Skibbe auf den Thron gehievt wurde."

Ausnahmsweise den ganz persönlichen Angriff und die Schuldzuweisung an ein Mitglied des eigenen Haufens beiseite lassend, strotzt doch diese Feststellung des Herrn Brüstle mehr als deutlich von der regelrecht unverschämten Überheblichkeit einer Partei, die das demokratische Verlieren nicht kennt und damit nie umzugehen gelernt hat.

Am Ende kann sich der Mensch nicht mal mehr in seiner Eigenschaft als Kriminalbeamter an die Maxime erinnern, wonach ein Jeder vor seiner Verurteilung von einem ordentlichen Gericht als unschuldig zu gelten hat. Wie anders ist bitte dieser Satz zu deuten:

"Passend zum Slogan 'Wechsel - aber ehrlich' erfährt die Bruchsaler Wählerschaft nun auch, was von bestimmten Kreisen aus verständlichen Grnden während des Wahlkampfes tunlichst unter der Decke gehalten wurde: 'Jörg Tauss hat sie nach Bruchsal geholt', so der O-Ton eines Vorstandsmitgliedes der Bruchsaler SPD mir gegenber."

Das ist nun aber wahrlich die allerunterste Schublade, Herr Brüstle! Wie sagte heute morgen jemand kurz und knapp: "Pfui". Besser kann man es nicht einordnen. Es ist völlig unerheblich, wie der Einzelne von uns allen über Jörg Tauss denkt, was er von ihm hält, ob er ihn für schuldig oder unschuldig hält. Es ist aber andererseits einfach unanständig, die Vorurteils-Karte zu ziehen und sie höhnisch hochzuhalten nach dem Motto: Hauptsache, es trifft den politischen Gegner. Man darf es wiederholen: Pfui!

So geht der ganze Leserbrief tendenziell weiter, es ist eine Durchhalteparole nach dem Motto: Alles negieren, wir ziehen alle an einem CDU-Strang, es gibt keine Uneinigkeit bei uns. Dabei wird sie im selben Schreiben im Bezug auf Skibbe gerade eben demonstriert. Was für ein jämmerliches Geschmiere!

Wie schreibt Brüstle`s Parteifreund Olaf Bühler in seinem Blog heute:
"Die sich so verstehende Bruchsaler CDU sammelt ihre Bataillone und rüstet sich, für die 'Personalien Matthias Holoch, Jens Skibbe und Olaf Bühler' in der Mitgliederversammlung am 16.09. ein Tribunal zu bereiten."
Diese Namen nennt Brüstle nicht, aber sie sind doch ständig präsent.

Und es gibt noch weitere Leser dieses Blogs, die eine gänzlich andere Meinung haben als Brüstle:
"Es ist höchste Zeit, dass die CDU auf den Boden der Realität geholt wird! Nach so einem Leserbrief kann ich nur sagen:
Herr Brüstle treten sie schleunigst zurück!
gez. Michael Vettermann, vettermann@gmx.net
(CDU-Mitglied seit 1974, 7 Jahre JU-Vorsitzender, 10 Jahre Vorstandsmitglied der CDU Bruchsal)"

Oder das hier:
"Ich hoffe, die "Rebellen" in der CDU haben genügend Kraft, der 'Kukident-Fraktion' innerhalb ihrer Partei deutlich zu zeigen, daß es auch in der Politik einen Zeitpunkt gibt, wo man der nachfolgenden Generation das Ruder nicht nur überlassen sollte, sondern überlassen muß."

Diese beiden Kommentare haben wir dem
OKLABLOG entnommen, sie sind wahrlich von einer Deutlichkeit, die Brüstle zu denken geben sollte.

Schließlich sei noch erwähnt, dass der unsägliche Leserbrief (natürlich...) mit keinem Wort darauf eingeht, dass der angeblich "hochqualifizierte" Herr Hartmann seine Parteifreunde zur Verleumdung der Gegner aufgefordert hat. Aber das hatte Rundschau-Schreiber Streib ja auch nicht in seinem Artikel erwähnt.

Dennoch wäre dieses Thema für den CDU-Boss Brüstle durchaus als ein Beleg für eine gewisse Ehrlichkeit und Offenheit geeignet gewesen. Aber vielleicht geht es ihm darum auch gar nicht...

A.S (11.08.09)