Arroganz
in höchster Potenz
„Die Weisheit eines Menschen mißt man nicht nach seiner
Erfahrung, sondern nach seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu
machen.“ Der große irische Literat George Bernard Shaw hat
diesen Satz geprägt. Man könnte dazu noch ergänzen, dass
bei bestimmten Menschen nicht mal Erfahrung verhindert,
dass sie ihre Überheblichkeit offen vor sich her tragen.
Die Rede ist von der Stadträtin Helga Langrock. Sie ist und
war eine der Ersten, die sich mit überbordender Vehemenz
für die OB-Kandidatin Petzold-Schick in die Öffentlichkeit
stürzte und dabei derart ins Schwärmen geriet, dass es
schon peinlich wirkte - lesen Sie dazu bitte unseren
Beitrag vom 16. April 09 hier.
Frau Langrock tat und tut dies jedoch nicht als
Privatmensch sondern als Tagebuch-Schreiberin zur Wahl 2009
auf der SPD-Homepage. Nun ja, bekanntlich lässt
sich über Geschmack und politische Vernunft trefflich
streiten. Erwachsene Menschen sollten wissen, was sie
warum tun. Geschenkt.
Nun hat sich in der Brusler Rundschau vom 20. Mai 09
ein Leserbriefschreiber
zu der Tatsache
geäußert, dass die Brusler Parteien bis dato keine
eigenen Kandidaten für den OB-Sessel aufgestellt haben.
Man kann seiner Meinung sein, man muss es nicht und es
ist sicherlich jedermanns gutes Recht, die Meinung des
Lesers zu kritisieren.
Jetzt ist aber unter dem heutigen Datum auf der
SPD-Homepage ein fast schon gehässiger Kommentar eben
dieser Frau Helga Langrock erschienen, der nicht
unkommentiert bleiben sollte. Die Brusler Rundschau hat
sich angeblich geweigert, diesen Leserbrief von Langrock zu
veröffentlichen, ergo erscheint er also auf der SPD-Seite -
und er soll eine Replik auf den oben erwähnten Brief sein.
Erstes Originalzitat Langrock, in roter Farbe:
Lange habe ich
mit mir gerungen, aber nun muss ich es doch loswerden: Wer
solche Zeilen schreibt, hat entweder von Tuten und Blasen
keine Ahnung - oder es geht ihm um etwas anderes. Da wird
von „über Bruchsal hinaus bekannt gewordenen permanenten
Querelen im Gemeinderat“ gefaselt, von der „dominanten
Amtsführung des bisherigen Rathauschefs“ oder vom
„Verhalten einiger Ratsmitglieder gegenüber und im Umgang
mit dem Schultes“.
Leider hat Frau Langrock den internen Kampf mit sich selbst
verloren, denn sonst hätte sie solche Überheblichkeiten
nicht veröffentlicht. Kann man denn noch deutlicher zum
Ausdruck bringen, wie erhaben und weise man selbst als
Stadträtin im Vergleich zum normalen Bürger ist? Hat es
eine Frau von 68 Jahren tatsächlich nötig, andere Meinungen
derart nieder zu bügeln? „Keine Ahnung von Tuten und
Blasen“ hat der Schreiber also und dann „faselt“ er auch
noch. Das also ist das Niveau, auf dem man mit Frau
Langrock kommunizieren muss.
Da muss ich doch
meine Kolleginnen und Kollegen in Schutz nehmen: Wir haben
keine Streitigkeiten, wir ringen demokratisch um die
richtige Entscheidung! Wir sind nicht immer mit dem
Vorsitzenden des Gemeinderats einer Meinung, aber: er hat
bei den Abstimmungen auch nur eine einzige
Stimme.
Bravo, gnädige Frau, Sie gewinnen den ersten Preis für das
Äußern von hohlen Polit-Floskeln. Warum schieben Sie vor,
sie würden Ihre Kolleginnen und Kollegen in Schutz nehmen,
wenn es Ihnen doch offensichtlich darum geht, dass da einer
gewagt hat, Ihre Fähigkeit anzuzweifeln und (genauso
schlimm) Ihre Affinität zu der über den grünen Klee
gelobten Frau Petzold-Schick quasi in den Dreck zu ziehen?
Und dann das Sahnehäubchen:
Und das
persönliche Verhalten eines gewählten Ratsmitglieds sollte
dieser Leserbriefschreiber lieber nicht kommentiert haben;
es könnte dazu führen, dass er seinerseits in einem
Leserbrief böse abgewatscht wird...
Wie kann, wie darf, wie soll man diesen Satz nun verstehen?
Ist es eine Drohung? Ist es Majestätsbeleidigung, wenn man
das „persönliche Verhalten eines gewählten Ratsmitglieds“
kommentiert, steht einem das als Normalsterblicher nicht
zu?
Die Feststellung muss erlaubt sein: Stadträtin Helga
Langrock hat ein durchaus seltsames Verhältnis zu Kritik,
zu eigener Meinung anderer Menschen, sie scheint eine
weniger intensive Beziehung zur Weisheit, umso mehr jedoch
zur Arroganz zu haben.
Unerträglich und völlig unnötig, Frau Langrock.
A.S (26.05.09)