Typisch
Brusler Rundschau

Na, das ist doch eine typische und für Brusler gewohnte Aktion, bzw. Re-Aktion unserer Lokalpostille. Die Rede ist vom heute veröffentlichten Kommentar des Redaktionsleiters Daniel Streib. Er kommt eine glatte Woche später als vermutet, aber er kommt genauso, wie man es - wenn man ehrlich ist - erwartet hatte. Die Quintessenz lautet nämlich schlicht und einfach: Nun ist aber genug, Schluss der Debatte! Erstes Zitat:
Doch auch als Skeptiker darf man nun getrost davon ausgehen, dass die Partei nicht gegen eigene Statute oder andere verbindliche demokratische Regelungen verstoßen hat. Wer dies dennoch behauptet, sollte handfeste Belege vorlegen.
So wird in unserem Brusl innerhalb der "offiziell" veröffentlichten Meinung dekretiert und ein für allemal festgestellt. Andersrum wird ein Schuh draus, Herr Streib: Wer behauptet, alles sei korrekt und demokratisch gelaufen, DER sollte handfeste Belege vorlegen. Nur weil der CDU-Chef Brüstle in seinem Leserbrief um sich geschlagen hat wie ein Berserker, weil er der Brusler Rundschau Voreingenommenheit (gegenüber der CDU???) attestiert und angeblichen Burgfrieden innerhalb seiner Partei beschworen hat, ist damit für das Blättle alles gegessen und aufgeklärt. Tatsächlich?
Die politische Bewertung sowie Macht und Generationenfragen stehen freilich auf einem anderen Blatt. Diese Fragen müssen nun vor allem von der CDU selbst gestellt und beantwortet werden. Dazu gibt es demokratische Einrichtungen wie Mitgliederversammlungen und Vorstandswahlen. Wer eine Partei verändern will, kann dies nur von innen.
Und wer Kommunalpolitik über das Wählengehen hinaus gestalten mag, kann dies nur als Kommunalpolitiker tun.
Was "Macht und Generationenfragen" angeht, da hat er natürlich Recht, der Herr Streib. Aber ansonsten?
Da hat es der letzte Satz in sich. Nur Kommunalpolitiker haben also nach Streib die Möglichkeit und das Recht, Ortspolitik zu gestalten. Alle Anderen, sprich die Bürger der Stadt, die Kritiker aller Couleur in Wort, Bild oder Schrift und vor allem auch die freie Presse haben sich bitte aus dieser ganzen Chose herauszuhalten.
Das ist wahrlich ein mehr als seltsames Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit, von Diskussion und Argumentation ohne Scheuklappen. Und ganz nebenbei: OB Doll ist am Ende. Mit seiner Amtszeit.
Auch die Brusler Rundschau könnte es wagen, nun neue Ufer zu betreten.
A.S (15.08.09)